Blutegeltherapie am Tier 

Seit 3000 Jahren werden Blutegel als Heilmittel, für einen natürlichen Aderlass, eingesetzt. Auch in der modernen Medizin wird die Blutegelbehandlung für ihre entzündungshemmende, schmerzstillende, durchblutungsfördernde, gerinnungshemmende, antithrombische und lymphstrombeschleunigende Wirkung geschätzt. 
 

Ein Blutegel beißt sich bevorzugt an gut durchblutete und entzündete Stellen fest. Dort injiziert er seinen Speichel in die Bisswunde, während er gleichzeitig das Blut saugt. Sein Speichel enthält über 20 verschiedene medizinisch Wirksame Substanzen. Darunter auch anästhesierende und analgetisch wirksame Substanzen, die den Saugakt schmerzfrei gestalten. Der Biss ist mit einem Mückenstich vergleichbar und wird von den Tieren meist sehr gut toleriert.  

Die Einsatzmöglichkeiten der Blutegel sind sehr vielfältig: 

  • Akuter und chronischer Gelenkschmerz 
  • Arthrose und Arthritis
  • Sehnen- und Bänderverletzungen (Entzündung, Zerrung, Riss)
  • Nervenentzündungen und -quetschungen
  • Muskelverhärtungen und -entzündungen
  • Ekzeme aller Art
  • schlechte Wundheilung
  • Bluterguss und Prellung 
  • Abszesse und Ödeme
  • Venenerkrankungen

Spezifische Anwendungsgebiete

Blutegel beim Pferd

  • Prellungen und Blutergüsse
  • Sehnenschäden
  • Kreuzverschlag 
  • Akute und chronische Hufrehe
  • Hufrollen-Erkrankungen 
  • Gelenksgallen
  • Kissing Spines
  • Spat und Schale
  • Schleimbeutelentzündungen
  • Muskelverhärtungen
  • Sommerekzem


Blutegel beim Hund

  • Zehengelenksarthrose
  • Hüft- und Ellenbogengelenksdysplasie 
  • Bizepssehnenentzündung 
  • Blutohr
  • Spondylosen
  • Bandscheibenvorfälle
  • Cauda Equina
  • Leckekzem 


Ablauf der Behandlung

Die betroffene Stelle wird zuerst gereinigt und rasiert. Dort werden die Egel angesetzt, die sich dann innerhalb weniger Minuten festbeißen und mit dem Saugakt beginnen. Der Saugakt dauert zwischen 30 und 120 Minuten. 

Sind die Egel fertig, lassen sie sich einfach fallen. Die gewünschte Nachblutung der Bisswunde ist individuell und kann zwischen 2 und 24 Stunden anhalten. Die Blutung unterstütz die Wundreinigung und erhöht die Wirkung der Behandlung. In den meisten Fällen muss daher auch kein Verband angelegt werden. 

Die Anzahl der gesetzten Blutegel ist abhängig von Art der Erkrankung und Größe des Tieres. Die Behandlung kann einmalig erfolgen. Je nach Erkrankung, sind jedoch ein bis zwei Wiederholungen zu empfehlen. Bei chronischen Fällen kann eine Therapie alle 3 bis 4 Monate erforderlich sein. 

Eine Blutegelbehandlung darf seit Januar 2022 nur noch auf tierärztlicher Verordnung erfolgen. Wenn du Interesse an einer Blutegelbehandlung für dein Tier hast, bespreche ich dies gerne mit deinem behandelnden Tierarzt.

Eine Blutegeltherapie darf nicht angewendet werden bei, Trächtigkeit, Fieber, schwachen Tieren mit schlechtem Allgemeinzustand, Pilz- oder Parasitenbefall, Blutgerinnungsstörungen, Anämie/ Leukämie, Diabetes Mellitus, Autoimmunerkrankungen, Histaminallergie, Niereninsuffizienz, Krebserkrankungen, Magengeschwüre, Magen-Darm-Entzündungen, regelmäßiger Kortison Eingabe, Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten (u.a. Schmerzmittel) und bei Tieren die zur Lebensmittelgewinnung dienen.